MW-Training in der Corona-Zeit

Eigentlich hatte ich mir das 10-jährige Bestehen als EPU etwas anders vorgestellt. Top motiviert nach einem erholsamen Urlaub auf Gran Canaria im Dezember ging ich mit frischen Ideen und Konzepten in das neue Jahr. Ich bereitete alles für das erste offene Training im Rahmen von MW-Training vor, meine Auftragsbücher waren so voll wie nie, Projekte waren in der Pipeline und Aufträge wurden fixiert. Dann kam der 13. März. Shutdown in Österreich wegen COVID-19. Es wurden so gut wie alle Aufträge verschoben oder storniert – bis auf weiteres. Von Mitte März bis jetzt stand MW-Training aber dennoch nicht ganz still. Es wurden weiterhin Gespräche von Servicelines analysiert und bewertet, Seminarinhalte aufgefrischt und an kreativen neuen Methoden gearbeitet.

Wie es der Zufall so will, entschied sich der Österreichische Integrationsfond dazu, das geplante Präsenz-Training doch durchzuführen. Als Online-Training. Das traf sich gut. Seit einigen Monaten arbeiten Otto Koller (Unternehmensberater und langjähriger Wegbegleiter) und ich nämlich an einer Online-Akademie für die Österreichische Trafikanten Vereinigung. Dort ist es mein Part, den MitarbeiterInnen und InhaberInnen von Tabakgeschäften in kleinen Webinars Verkaufstechniken und Ladengestaltung auf unterhaltsame Art näher zu bringen.

Erstes Online-Seminar erfolgreich absolviert

Mit dieser Erfahrung fühlte ich mich gut gewappnet für mein erstes Online-Seminar. Ich bereitete das Training „Beschwerde- und Konfliktmanagement“ für eine Online-Präsentation vor und probierte mit FreundInnen und KollegInnen ein paar Apps aus wie etwa Skype, Zoom und Microsoft Teams. Fürs Erste habe ich mich mit Zoom angefreundet, da es meiner Ansicht nach auch viele Interaktionsmöglichkeiten bietet. Nach ein paar Testläufen und Trockenübungen war ich bereit für die erste Online-Session. In Summe waren es vier mal vier Stunden Online-Seminar. Von Stunde zu Stunde wurde der Flow immer besser, auch wenn es zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig war. Es ist spannend, was diese Form im Vergleich zum Präsenztraining für Möglichkeiten der Interaktion und des Lernens bietet. Mich hat dieser erste Schritt motiviert, mehr mit Online-Trainings, Webinaren und Co zu arbeiten.

Gestärkt aus der Krise – mit neuen Kompetenzen

Wie es mit Seminaren und Coachings aktuell aussieht, ist unklar, da Seminare und Veranstaltungen oft in geschlossenen, mal kleineren und mal größeren Räumen stattfinden. Natürlich ist es denkbar, mit kleineren Gruppen zu arbeiten, den Sicherheitsabstand zu wahren und sich an die notwendigen hygienischen Massnahmen zu halten. Für ein Training on the Job kann mit einem Mund-Nasen-Schutz und genügend Abstand gearbeitet werden. Denkbar ist alles – machbar auch.

Meine Leidenschaft ist es, Menschen Geschichten zu erzählen, von denen sie lernen können. Mit Spaß und Witz die Inhalte zu vermitteln. Im Moment fehlt mir das sehr. Mich trifft die Krise als EPU. Die Unterstützungen sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich hoffe daher, dass wir alle aus dieser Krise herauskommen. Egal, ob am Boden kriechend, mit blutender Wunde oder vielleicht doch gestärkt mit neuen Kompetenzen. Ich und viele andere EPU haben es bis hier her geschafft und wir werden es auch weiterhin schaffen.

Ihr Michael Woditschka, BA